/>T4 Detail Gardasee und Umgebung - Nicebike

Gardasee und Umgebung

Auf den Spuren der Kaiserjäger und Alpini

 

 

Detaillierte Tourbeschreibung Gardasee und Umgebung

1. Tag - Durch die Schweiz zum Gardasee

Streckendaten: ca. 415 km

Von Vorarlberg aus gibt es mehrere Möglichkeiten an den Gardasee zu kommen, die Anfahrt beträgt aber immer so um die 400 km. Allerdings kann man diese 400 km schon sehr interessant verpacken. Nicebike hat sich entschieden, die Anfahrt über die Schweiz zu machen.

Die ersten 25 km werden auf der österreichischen Autobahn zurück gelegt und bei Feldkirch zweigen wir in Richtung Fürstentum Liechtenstein ab. Chur und im Anschluss die Lenzerheide sind unsere nächsten Etappenziele. Dann wartet der karge Albulapass auf uns. Wir fahren über Pontresina zum Berninapass. Hier ist es ziemlich frisch, denn wir haben einen direkten Blick auf den Morteratschgletscher.

Wir erreichen die Zollfreizone Livigno. D.h. für uns, billig tanken, 1 EUR pro Liter. Wir haben die Hälfte der Strecke geschafft. Nach einer ausgiebigen Pause fahren wir nach Bormio und über das Valfurvatal zum delikat zu fahrenden Gaviapass. Die Abfahrt der Südrampe ist der spannendere Teil mit zahlreichen Kehren und teilweise nur knapp einspuriger Belagbreite. Wir haben das schwierigste Teilstück gemeistert. Noch 130 km über den Passo del Tonale und den Passo Campo di Carlo Magno und wir erreichen den Gardasee. Wir haben heute insgesamt 10 Pässe überquert und dürfen den Tag hoch verdient bei einem Gläschen in unserem Hotel in Torbole ausklingen lassen.

POI

WP5   - St. Luzisteig
WP9   - Lenzerheide
WP10 - Albulapass
WP11 - Berninapass
WP13 - Livigno
WP17 - Gaviapass

2. Tag - Bergglühen mit BB

Streckendaten: ca. 233 km

BB - wer oder was hat sich nicht schon alles  im Laufe der Geschichte, hinter diesen beiden Buchstaben verborgen. BB, wie Brigitte Bardot, die Älteren unter uns wissen wen ich meine, die Jüngeren sollten googeln oder BB, wie Bed and Breakfast. Oder wie bei Nicebike - Baldo und Bondone, die beiden Bergmassive nahe am Gardasee.

Nach einem ausgiebigem Frühstück fahren wir zuerst entlang der Gardesana Orientale (Ostufer) über Malcesine bis nach Assenza. Jetzt geht es hoch auf den Monte Baldo, bis zum Rifugio Bocca di Navene. Auf schmalen Straßen, die zum Teil durch Wald und entlang der Felsen führen, erreichen wir den Aussichtspunkt nach ca. 1,5 Stunden Fahrt und kehren im Rifugio auf den obligatorischen Cappuccino ein. Auf der Terrasse sitzend können wir einen phantastischen Blick auf den tief unter uns liegenden Gardasee und auf die westlichen Gardaseeberge werfen. Nach der ausgiebigen Pause fahren wir auf der nördlichen Seite des Monte Baldo wieder ins Tal nach Mori. Wir haben ungefähr 40 km auf dem Monte Baldo-Rücken zurückgelegt.

Aber kurz nach Mori hat uns die Bergstraße schon wieder und wir erreichen den Passo Bordala. Weiter geht es an der Flanke des zweiten B's, dem Monte Bondone entlang, bis wir Trient erreichen. Jetzt fahren wir den Bondone hoch. Achtung - Schwindelgefahr. Kurven, Kurven und noch einmal Kurven auf einer phantastisch ausgebauten Straße. Es wird uns bestimmt der eine oder andere "local Hero" begegnen, der uns zeigen will, wie weit ein Motorrad eigentlich umgelegt werden kann. Auf dieser kurvenreichen Strecke findet jedes Jahr noch ein Autobergrennen statt. Wir fahren aber unser Tempo und genießen die schönen geschwungenen Kurven. Oben angelangt, können wir den Blick auf die Brenta Dolomiten und den Adamellogletscher geniesen. Etwas weniger kurvenreich geht es dann an der Westseite des Bondone ins Valle dei Laghi runter. Über Dro und Arco erreichen wir wieder Torbole.

POI

WP6   - Pra Alpesina
WP7   - Bocca die Navene
WP8   - Bocca di Creer
WP13 - Passo Bordala
WP16 - Monte Bondone

3. Tag - Manivia und die Val Trompia/Val Sabbia-Schaukel

Streckendaten: ca. 274 km

Zuerst fahren wir Richtung Norden, zum Passo del Durone. Dann entlang des Flusses Chiese, im gleichnamigen Tal wieder nach Süden. Wir erreichen von Norden her den Lago d'Idro und zweigen bei Lodrone-Darzo auf die Straße zum Passo Manivia. Der Manivia wird in einer späteren Tour noch einmal Thema sein. Für dieses mal verlassen wir nach einer ausgiebigen Pause und den obligatorischen Fotos diese Passhöhe und fahren ins Val Trompia ein.

Jetzt geht es zwischen dem Val Trompia und dem Val Sabbia auf kurvenreichen Straßen hin und her, bis wir wieder im Val Trompia landen. In Gardone besuchen wir, für diejenigen die es interessiert, die weltbekannte Firma Beretta. Schon James Bond wusste diese Firma zu schätzen. Diejenigen, die lieber das Dolce Vita geniesen möchten, können sich in Gardone bei etwas Sight-seeing und einem Cappuccino die Zeit vertreiben. Nach der Besichtigung geht es weiter über das Val Trompia nach Lumezzane. Bei Salo erreichen wir erneut den Gardasee und von Maderno fahren wir mit der Autofähre nach Torri del Benaco zum Ostufer des Gardasees. Wir können den Gardasee bzw. die Aussicht, mit all seiner Wucht noch einmal genießen. Die Überfahrt dauert 30 Minuten. Am Ostufer entlang geht es zurück nach Torbole.

POI

WP1   - Passo Durone
WP2   - Passo Manivia
WP7   - Firma Beretta
WP11 - Maderno
WP12 - Torri del Benaco

4. Tag - Die Monte Lessini-Schaukel und der Monte Pasubio

Streckendaten: ca. 306 km

Schon der Streckenplan schaut ziemlich "zerklüftet" aus. Wir bekommen heute Kurven satt. Vermutlich werden wir uns noch in der Nacht im Bett in die Kurven legen. Zuerst fahren wir wieder ein Stück den Monte Baldo hoch, bis zum Passo di San Valentino und dann hinunter ins Etschtal. Kaum unten angelangt geht es auf der anderen Seite des Tales schon wieder hinauf in die Berge. Dieses mal sind es die Monte Lessini. Wieder warten einige Pässe auf uns. Immer tiefer gelangen wir in die Monte Lessini hinein. Es erwartet uns eine einmalige Naturattraktion, die Ponte di Veja. Hier hat die Natur einen 50 m langen und 30 m hohen, gigantischen Felsbogen erschaffen. Eine Trattoria lädt zum Verweilen ein. Wir kommen langsam in das Gebiet der Tredici Comuni. Auf der Hochebene der 13 Gemeinden hat sich eine deutsche Sprachinsel gehalten. Das Gebiet ist ursprünglich von den Zimbern, eine Volksgruppe aus dem bayrischen Raum, besiedelt worden analog zu den "Sette Comuni" weiter nördlich mit dem Hauptort Asiago. Falls wir noch Deutsch hören, es wird sich altbayrisch anhören. Nach einigem hin und her und vielen Kurven nähern wir uns langsam dem Monte Pasubio.

Ein weiterer Schicksalsberg zwischen den Österreichern und den Italienern. Nach überqueren des Passo Xon, erreichen wir die Ortschaft Valli di Pasubio mit Blick auf den Pasubio. Von der Ortschaft fahren wir zum Passo Xomo und die Stichstraße zum Bocchetta Campiglie hinauf. Hier beginnt die berühmte 14 km lange "Strada delle 52 Gallerie". Einst, ein von den Alpini gebauter Versorgungspfad. Der Weg ist mit vielen Informationstafeln ausgestattet und kann sozusagen als lebender Zeuge bewandert werden. Wir lassen den Pasubio hinter uns und erreichen wieder das Etschtal. Nur noch ein paar Kilometer und wir sind in Torbole.

POI

WP6   - Ponte di Veja
WP7   - Passo Branchetto
WP16 - Passo Xon, 671 m
WP18 - Passo Xomo
WP19 - Bocchetta di Campiglia
WP20 - Passo Pian delle Fugazze
WP21 - Monte Pasubio

5. Tag – Trentino pur mit dem Passo Manghen, Val Sugana und Kaiserjägerstraße

Streckendaten:  ca. 263 km

Heute über Trient ins Val di Cembra auf der rechten Seite.  Dann ganz am Anfang des Fleimstals bei Molina  zweigen wir auf die Straße zum Passo Manghen ab. Ein Pass, der locker mit den ganz berühmten Pässen der Dolomiten mithalten kann. Seine ganze Nord-Südstrecke beträgt 38 km. Er verbindet das Fleimstal mit dem Val Sugana, wo schon der nächste Höhepunkt auf uns wartet.

Es wird geschichtlich. Bei der Anfahrt von Levico Terme kann man sie sehen - die Kaiserjägerstraße. Wie der Name schon sagt, gebaut von den österreichischen Kaiserjägern im ersten Weltkrieg. Gott sei Dank - heut zu Tage anders benutzbar. Kaum zu glauben, dass in diese Felsen eine Straße hinein gebaut werden konnte. Sie führt uns zum Hochplateau der Sette Comuni, ebenfalls ein sehr umkämpftes Gebiet im Ersten Weltkrieg. Vom Aussichtspunkt Belvedere hat man einen herrlichen Ausblick über das Val Sugana und den beiden Seen, den Caldonazzosee und den Levicosee. Beinahe schon kitschig. Selbstredend, dass es über viele Kurven dann wieder zum Hotel zurück geht.

POI

WP7   - Val di Cembra
WP8   - Passo Manghen
WP11 - Kaiserjägerstraße

6. Tag – Alpinistraßen und italienische Straßenbaukunst

Streckendaten: ca. 232 km

Wir werden heute den Höhepunkt dieser Woche erleben. Dabei steht wieder der Maniviapass im Mittelpunkt. Heute sind Schotterpassagen dabei, die aber alle ziemlich eben verlaufen. Keine geschotterten Spitzkehren oder steile Anstiege. Diese Schotterwege können wirklich mit jedem Straßenmotorrad befahren werden. Für Cruiser und Goldwings & Co nur bedingt. Es kommt darauf an, wie die Straße von den Wintereinflüssen (Geröll und Steine die vom Schnee von den Bergen herunter transportiert worden sind), von den Straßenwärtern bis zur Öffnung der Wintersperre, geräumt wurde.  Wegen den Schotterpassagen ist dieser Tourtag vom Schwierigkeitsgrad her eine Stufe höher von Nicebike bewertet worden, als die übrigen Tage. Falls aber Goldwings & Co trotzdem diese Tourwoche erleben möchten, hat Nicebike für diesen Tag eine Ausweichroute geplant.

Gleich nach Anfo bewältigen wir durch einige knackige aber asphaltierte Kurven den ersten Pass dieser insgesamt 21 km langen Scheitelstrecke, den Passo del Baremone. Danach haben wir auf der gesamten Strecke bis zum Passo Manivia keine größeren Höhenunterschiede mehr zu absolvieren. Die Pässe auf dieser Strecke sind keine Pässe im eigentlichen Sinne. Vielmehr folgt die Straße über einen längeren Abschnitt einem Bergkamm, wobei sie zahlreiche auf der Karte als Pässe vermerkte Übergänge kreuzt. Keiner dieser insgesamt 4 Pässe (Passo del Baremone, Passo della Spina, Passo della Berga und Passo del Dosso Alto) ist beschildert. Gleich nach dem Passo della Spina fahren wir durch einen Tunnel und wenige Meter danach fängt der Schotterabschnitt an. Er ist allerdings nur etwa 1,3 km lang. Dann geht es wieder auf Asphalt dahin. Zwar etwas grobkörnig aber immerhin. Wir erreichen schließlich den Passo Manivia. Zum zweiten mal in dieser Woche.

Nun haben wir die Tre Valli Höhenstraße vor uns. Sie hat eine Länge von insgesamt 19 km und führt uns zum Passo Crocedomini. Wieder überqueren wir einige Pässe aber auch hier sind die auf der Strecke liegenden Pässe so zu verstehen, wie schon zur Anfahrt des Manivia erläutert. Am Sella dell’Auccia, zweigt eine Stichstraße zu der inzwischen aufgegebenen Funkanlage mit zwei riesigen Parabolantennen auf dem Dosso dei Galli ab. Ab der Caserna Có de Mort beginnt der Schotterweg. Dieses mal sind es 6 km auf Schotter, bis zum Passo Crocedomini.

Es geht wieder bergabwärts zum Lago d'Idro und über die Verbindungsstraße, an der noch der Lago di Valvestino liegt, wieder zum Gardasee. Jetzt fahren wir die Gardesana Occidentale in Richtung Riva. Nach dem langen Tunnel dürfen wir sie nicht verpassen, die Abzweigung zur SP38, die uns zum letzten Höhepunkt dieses Tages, der Brasaschlucht, führt. Ihre Augen werden staunen. Was sind doch die Italiener für göttliche Straßenbauer. Bei Pieve machen wir einen kurzen Abstecher zur "Schauderterrasse" beim Hotel Paradiso. Anschließend geht es wieder hinunter zum Gardasee. Noch ein paar Tunnels und wir sind in Torbole.

POI

WP2   - Lago Ledro
WP5   - Ab zum Manivia
WP7   - Passo Spina
WP8   - Start Schotter
WP10 - Ende Schotter
WP12 - Passo Manivia
WP15 - Passo S. Auccia
WP17 - Start Schotter
WP19 - Ende Schotter
Passo Crocedomini
WP20 - Passo Cadino
WP25 - Lago Valvestino
WP27 - Brasaschlucht
WP28 - "Schauderterrasse"

 

 

7. Tag - Vom Gardasee über das Südtirol nach Vorarlberg                                                                                Streckendaten: ca. 389 km

Nun ist es soweit. Wir fahren wieder nach Hause. Wir verlassen Torbole und fahren entlang des Valle del Sarca in Richtung Norden. Bei Sarche wechseln wir auf die Straße zum Molvenosee über. Es liegen ein paar Kurven vor uns bis wir ins Nonstal einfahren. Wir passieren den Lago Santa Giustina und fahren bis zum Hofmahdjoch oder Passo Castrin hoch.  Nun führt die Straße gesäumt von vielen Lärchen ins Ultental hinunter, das kurz vor Lana die Merkmale einer Schlucht annimmt. Kurz vor Meran nehmen wir die Schnellstraße. Sie bringt uns an Meran vorbei und zum Schloss Forst, wo auch das gleichnamige Bier hergestellt wird. Nun führt die Straße eng am Berghang entlang bis nach Töll.

Wir haben das Vintschgau erreicht. Dieses Tal ist ca. 70 km lang. Das ganze Tal ist ein einziges Obstanbaugebiet und reicht hinauf bis zum Reschenpass. Hier entspringt auch der Fluss Etsch (Adige), der mit 451 km der zweitlängste Fluss Italiens ist und uns schon ein paarmal diese Woche begleitet hat. Ganz oben, fast am Ende des Vintschgau liegt der Reschensee. In Graun am Reschensee befindet sich wohl das bekannteste Fotomotiv dieser Gegend. Der Altgrauner Kirchturm, der im Wasser steht. Der Reschensee ist ein Stausee und als die Staumauer fertig gestellt wurde, ist das ursprüngliche Dorf Graun überflutet worden. Bei Reschen am See haben wir die letzte Möglichkeit noch einen guten Südtirolerspeck und Vintschgerle, ein Brot dessen Geschmack hervorragend zum Speck passt, einzukaufen.

Wir erreichen den Reschenpass und nun ist endgültig Schluss mit Italien. Von Nauders hinunter begleitet uns der Stille Bach bis zur Engstelle des Finstermünzpasses. Es ist kein Pass im eigentlichen Wortsinn. Es ist eine Engstelle, die den Übergang von einer in den Felsen geschlagenen Trasse zur in das Hochtal des Stillebaches weiterführende Straße bildet. Zusätzlich wird diese Engstelle von einem heute als Museum geführten Sperrfort, der Festung Nauders, gesäumt. Die Festung ist komplett in den Felsen geschlagen und gebaut worden. Am Inntal entlang erreichen wir Landeck.

Falls Tourteilnehmer dabei sind, die mit dem Zug angereist sind, ist nun der Zeitpunkt des Abschiedes gekommen. Von Landeck führt die Autobahn über 77 km nach Innsbruck um im Bahnhof die Motorräder wieder zu verladen und dort den Heimweg anzutreten. Der Rest fährt weiter nach Vorarlberg.

POI

WP3   - Lago Molveno
WP10 - Passo Castrin
WP14 - Reschensee
WP15 - Reschenpass
WP16 - Hochfinstermünz
WP19 - Arlbergpass