Gardasee und Umgebung

Auf den Spuren der Kaiserjäger und Alpini

 

 

Detaillierte Tourbeschreibung Gardasee und Umgebung

Tag 1: Von Götzis nach Torbole

Streckenlänge: ca. 365 km

Es gibt mehrere Möglichkeiten von Vorarlberg aus an den Gardasee zu fahren. Nicebike hat sich entschlossen, diesesmal über die Schweiz mit seinen herrlichen Bergen zu fahren. Wir starten in Götzis und fahren zunächst ca. 12 km über die Autobahn, damit wir so schnell wie möglich nach Liechtenstein gelangen. Der Zwergenstaat ist schnell durchfahren und gleich hinter Balzers erwartet uns der erste Höhepunkt dieses Tages. Wir fahren mitten durch eine schweizer Kaserne, die unmittelbar vor unserem heutigen ersten Pass gebaut wurde. Es ist der Pass St. Luzisteig. Die Straße neigt sich anschließend im moderaten Gefälle, durch schön angelegte Weinberge, dem schweizerischen Rheintal zu.

Über Landquart und Chur gelangen wir zum Anstieg auf den Lenzerheidepass. Wir fahren hinunter nach Tiefencastel und direkt in der Ortschaft nehmen wir die Straße zum Julierpass. Die Abfahrt der Ostrampe des Julierpasses eröffnet uns eine herrliche Aussicht auf den Silvaplanersee. Wir passieren den mondänen Wintersportort St. Moritz und bei Pontresina nehmen wir die Straße zum Berninapass. Auf dem Pass sind wir immerhin auf 2.330 m Höhe und zur rechten Hand sehen wir den Piz Bernina, der mit seinen 4.049 m Höhe schon richtig hochalpines Gebiet ist. Hier oben ist Gletschergebiet und darum ist es hier auch dementsprechend kalt.

Darum schauen wir, dass wir so schnell wie möglich wieder wärmere Gefielde aufsuchen können und mit der Durchfahrt durch das graubündernische Puschlav hinunter, erreichen wir das warme Tirano. Wir sind nun im Veltlin angelangt und fahren in Richtung Aprica. Mitten in der Ortschaft befindet sich der Apricapass, der wenn er nicht durch ein Schild am Straßenrand ausgewiesen wäre, glatt zu übersehen ist. Wir sind nun im Valcamonicatal und es geht zügig weiter bis nach Edolo. Wir fahren weiter im Valcamonica bis nach Breno. Breno ist der westliche Einstieg zur Straße des Passo Crocedomini. Der Pass wiederum ist die nördliche Ausgangsbasis der Tre-Valli-Höhenstraße. Sie ist, wie so viele andere Straßen in den italienischen Alpen, im Ersten Weltkrieg als Versorgungsstraße gebaut worden. Heute können wir diese Straßen wesentlich sinnvoller nutzen und sie mit unseren Motorrädern befahren. Allerdings ist diese Höhenstraße zum Teil noch als Schotterstraße ausgeführt. Sie kann aber ohne Probleme mit einem normalen Straßenmotorrad befahren werden.

Wir fahren hinunter zum Idrosee und gleich wieder hinauf zum Passo dell'Ampola. Dann am Lago di Ledro vorbei und nach einem langen Tunnel erreichen wir Riva del Garda am Gardasee. Nur noch wenige Kilometer und wir sind in unserem Hotel in Torbole angelangt.

POI

WP1 - St. Luzisteig
WP2 - Lenzerheidepass
WP3 - Julierpass
WP4 - Bernina
WP5 - Passo Crocedomini

Tag 2: Bergglühen mit BB

Streckendaten: ca. 230 km

BB - wer oder was hat sich nicht schon alles  im Laufe der Zeit, hinter diesen beiden Buchstaben verborgen. BB, wie Brigitte Bardot, die Älteren unter uns wissen wen ich meine, die Jüngeren sollen googeln. Oder BB, wie Bed and Breakfast. Oder wie bei Nicebike - Baldo und Bondone, die beiden Bergmassive nahe am Gardasee.

Nach einem ausgiebigem Frühstück fahren wir zuerst entlang der Gardesana Orientale (Ostufer) über Malcesine bis nach Assenza. Jetzt geht es hoch auf den Monte Baldo, bis zum Rifugio Bocca di Navene. Auf schmalen Straßen, die zum Teil durch Wald und entlang der Felsen führen, erreichen wir den Aussichtspunkt nach ca. 1,5 Stunden Fahrt und kehren im Rifugio auf den obligatorischen Cappuccino ein. Auf der Terrasse sitzend können wir einen phantastischen Blick auf den tief unter uns liegenden Gardasee und auf die westlichen Gardaseeberge werfen. Nach der ausgiebigen Pause fahren wir auf der nördlichen Seite des Monte Baldo wieder ins Tal nach Mori. Wir haben ungefähr 40 km auf dem Monte Baldo-Rücken zurückgelegt.

Aber kurz nach Mori hat uns die Bergstraße schon wieder und wir erreichen den Passo Bordala. Weiter geht es an der Flanke des zweiten B's, dem Monte Bondone entlang, bis wir Trient erreichen. Jetzt fahren wir den Bondone hoch. Achtung - Schwindelgefahr. Kurven, Kurven und noch einmal Kurven auf einer phantastisch ausgebauten Straße. Es wird uns bestimmt der eine oder andere "local Hero" begegnen, der uns zeigen will, wie weit ein Motorrad eigentlich umgelegt werden kann. Auf dieser kurvenreichen Strecke findet jedes Jahr noch ein Autobergrennen statt. Wir fahren aber unser Tempo und genießen die schönen geschwungenen Kurven. Oben angelangt, können wir den Blick auf die Brenta Dolomiten und den Adamellogletscher geniesen. Etwas weniger kurvenreich geht es dann an der Westseite des Bondone ins Valle dei Laghi hinunter. Über Dro und Arco erreichen wir wieder Torbole.

POI

WP1 - Gardesana Orientale
WP2 - Cavallo di Novezza
WP3 - Bocca di Navene
WP4 - Monte Bondone

Tag 3: Passo Maniva, das Val Trompia und die Brasaschlucht

Streckendaten: ca. 285 km

Heute fahren wir wieder zuerst in Richtung des Lago di Ledro bis zum Lago d'Idro. Nun können wir wählen, ob wir die Ostrampe zum Gogo del Maniva nehmen oder ob wir uns trauen ein Stückchen am Idrosee entlang zu fahren, um dann bei Anfo, in den ersten Teil der Tre-Valli-Höhenstraße einzusteigen. Wie schon erwähnt, kann diese zum Teil geschotterte Straße auch mit einem normalen Straßenmotorrad befahren werden. Der Anstieg ist mit zahlreichen Serpentinen gespickt, die aber alle asphaltiert sind. Später dann führt die Straße durch ein almenartiges Hochtal und erst dann gibt es ein 1,3 km langes Schotterstück und später zum Manivapass hin noch einmal ein 2 km langes Schotterstück. Wir überqueren auf diesem Teilstück der Tre-Valli-Höhenstraße insgesamt 4 Pässe. Den Passo del Baremone, den Passo della Spina, den Passo della Berga und schließlich den Passo Dosso Alto. Wobei diese Pässe eher als Übergänge zu verstehen sind, weil sich alle in etwa im gleichen Höhenniveau befinden. Das Panorama von hier oben ist aber wirklich einmalig. Wer es sich nicht zutraut die kurzen Schotterstücke zu befahen, kann natürlich auch die Anfahrt über die Ostrampe zum Manivapass nehmen, die selbstverständlich auch mit zahlreichen aber durchwegs asphaltierten Serpentinen bestückt ist. Am Maniviapass oben treffen diese beiden Straßen wieder zusammen und die Gruppe wäre wieder vereint. Der Manivapass ist dann auch gleichzeitig der Einstiegspunkt für den weiteren Verlauf der Tre-Valli, hin zum Passo Crocedomini.

Nach einer ausgiebigen Pause fahren wir aber ins Val Trompia hinunter und über eine kleine Schleife in den Bergamasker Alpen erreichen wir Gardone. Hier könnten wir, falls Interesse besteht, die weltbekannte Firma Beretta besuchen. Schon James Bond wusste diese Firma zu schätzen. Diejenigen, die lieber das Dolce Vita geniesen möchten, können sich in Gardone bei etwas Sight-seeing und einem Cappuccino die Zeit vertreiben. Nach der Besichtigung, fahren wir über den Passo del Cavallo wieder in Richtung des Idrosees den wir auch bei Idro erreichen.

Nun folgt ein sehr schönes Teilstück, dass uns zunächst über den Passo San Rocco und dann direkt am Stausee Lago di Valvestina entlang führt. Wir erreichen wieder den Gardasee und fahren nun an der Gardesana Occidentale am See entlang. Aber ein letzter Höhepunkt am heutigen Tourtag steht uns noch bevor. Nach dem langen Tunnel dürfen wir sie nicht verpassen, die Abzweigung zur SP38, die uns zur Brasaschlucht führt. Ihre Augen werden staunen. Was sind doch die Italiener für göttliche Straßenbauer. Bei Pieve machen wir einen kurzen Abstecher zur "Schauderterrasse" beim Hotel Paradiso. Anschließend geht es wieder hinunter zum Gardasee. Noch ein paar Tunnels und wir sind wieder in Torbole.

POI

WP1 - Passo dell'Ampola
WP2 - Manivapass
WP3 - Passo dell Cavallo
WP4 - Lago die Valvestina
WP5 - Brasaschlucht

Tag 4: Monte Lessini und der Monte Pasubio

Streckendaten: ca. 300 km

Schon der Streckenplan schaut ziemlich "zerklüftet" aus. Wir bekommen heute Kurven satt. Vermutlich werden wir uns noch in der Nacht im Bett in die Kurven legen. Zuerst fahren wir wieder ein Stück den Monte Baldo hoch, bis zum Passo di San Valentino und dann hinunter ins Etschtal. Kaum unten angelangt geht es auf der anderen Seite des Tales schon wieder hinauf in die Berge. Dieses mal sind es die Monte Lessini. Wieder warten einige Pässe auf uns. Immer tiefer gelangen wir in die Monte Lessini hinein. Wir bekommene eine einmalige Naturattraktion zu Gesicht, die Ponte di Veja. Hier hat die Natur einen 50 m langen und 30 m hohen, gigantischen Felsbogen erschaffen. Eine Trattoria lädt zum Verweilen ein. Wir kommen langsam in das Gebiet der Tredici Comuni. Auf der Hochebene der 13 Gemeinden hat sich eine deutsche Sprachinsel gehalten. Das Gebiet ist ursprünglich von den Zimbern, eine Volksgruppe aus dem bayrischen Raum, besiedelt worden analog zu den "Sette Comuni" weiter nördlich mit dem Hauptort Asiago. Falls wir noch Deutsch hören, es wird sich altbayerisch anhören. Wir fahren über den Passa Santa Caterina und den Passo Xon.

Nach dem Passo Xon fahren wir in die Ortschaft Valli di Pasubio ein und wir haben einen ersten Blick auf den Monte Pasubio. Von der Ortschaft fahren wir zum Passo Xomo und die Stichstraße zum Bocchetta Campiglie hinauf. Hier beginnt die berühmte 14 km lange "Strada delle 52 Gallerie". Einst, ein von den Alpini gebauter Versorgungspfad für die italiensichen Soldaten, ist es heute ein anspruchsvoller Wanderweg. Vor nicht allzu langer Zeit, konnte man diesen abenteuerlichen Pfad noch mit dem Motorrad befahren. Der Weg ist mit vielen Informationstafeln ausgestattet und ist sozusagen ein lebender Zeitzeuge des Ersten Weltkrieges. Nach überqueren des Passo Monte Pasubio haben wir noch für ein paar Kilometer eine wunderbare kupierte Bergstrecke vor uns und erreichen schließlich wieder Rovereto. Nur noch ein paar Kilometer und wir sind in Torbole.

POI

WP1 - Passo di San Valentino
WP2 - Ponte di Veja
WP3 - Passo Santa Caterina
WP4 - Passo Xon
WP5 - Bocchetta Campiglia
WP6 - Passo Monte Pasubio

Tag 5: Passo Manghen, Val Sugana und Kaiserjägerstraße

Streckendaten:  ca. 245 km

Heute werden wir noch einmal zwei Higlights im wahrsten Sinne des Wortes erfahren. Zuerst führt uns der Weg nach Rovereto und gleich hinter Rovereto zieht es uns wieder in die Berge.Wir fahren hoch zur Sella die Serrada und weiter nach Folgeria und dann hoch zum Passo del Sommo. Wir befinden uns wieder inmitten der herrlichen Gebirgslandschaft um Trient herum. Darum ist es auch nicht weit zu unserem nächsten Pass, den Passo della Fricca. Nun fahren wir zum Caldonazzosee hinunter und an ihm entlang nach Pergine. Für kurze Zeit befinden wir uns im Val Sugana aber schon zieht es uns wieder in die Berge hinauf. Über ein Hochplateau erreichen wir schließlich das Val di Cembra welches wir rechtsseitig befahren.  Am nördlichen Einstieg des Val di Cembra, treffen wir auf das Fleimstal. Bei Molina zweigen wir zu unserem ersten Höhepunkt für heute, auf die Straße zum Passo Manghen, ab. Ein Pass, der locker mit den ganz berühmten Pässen der Dolomiten mithalten kann. Seine ganze Nord-Südstrecke beträgt 38 km. Er verbindet das Fleimstal mit dem Val Sugana, indem wir uns heute schon einmal bewegt haben. Die Straße führt uns nach Levico Terme und dort zweigen wir auf unseren zweiten Höhepunkt für heute ab.

Es wird geschichtlich. Bei der Anfahrt von Levico Terme kann man sie sehen - die Kaiserjägerstraße. Wie der Name schon sagt, gebaut von den österreichischen Kaiserjägern im Ersten Weltkrieg. Gott sei Dank - heut zu Tage anders benutzbar. Kaum zu glauben, dass in diese Felsen eine Straße hinein gebaut werden konnte. Sie führt uns zum Hochplateau der Sette Comuni, ebenfalls seinerzeit ein sehr umkämpftes Gebiet. Vom Aussichtspunkt Belvedere in der Kaiserjägerstraße, hat man einen herrlichen Ausblick über das Val Sugana und den beiden Seen, den Caldonazzosee und den Levicosee. Beinahe schon kitschig.

Mit erreichen von Carbonare hat sich unser Kreis geschlossen aber die Fahrt ist noch nicht zu Ende. Noch einmal über Folgeria fahren wir aber dieses mal die fahrerisch wesentlich interessantere Westrampe nach Roverto hinunter. Über das kleine Sträßchen zum Passo di Monte Faè geht es wieder zu unserem Hotel zurück.

POI

WP1 - Furkajoch
WP2 - Arlbergpass
WP3 - Hochfinstermünz
WP4 - Reschensee

Tag 6: Von Torbole nach Götzis

Streckenlänge: ca. 370 km

Heute geht es heimwärts. Aber auch die Heimfahrt nach Götzis bietet uns noch einige Höhepunkte. Zunächst halten wir uns nordwärts, wobei wir durch den weltberühmten Wintersportort Madonna di Campiglio fahren und gleich danach den Passo Campo Carlo Magno überqueren. Bei der Passabfahrt stoßen wir am Ende auf das Val di Sole. Am Ende des Val di Sole erwartet uns der Passo del Tonale. Für kurze Zeit bewegen wir uns wieder im Valcamonica aber dann geht es rechts weg zu einem der wohl einmaligsten Pässe. Es ist der Gaviapass. Der südliche Anstieg des Gaviapasses ist extrem schmal, so dass wir nur mit äußester Vorsicht diese Passstraße befahren und peinlichst genau auf den Gegenverkehr achten müssen. Aber die uns umgebende Landschaft ist ein Kleinod für sich.

Haben wir den Gaviapass bezwungen, geht es hinunter nach Bormio. Und schon erwartet uns der nächste Anstieg, der uns nach Livigno führt. Livigno ist Zollfreizone, dementsprechend billig ist hier das Benzin und wir werden alle nachtanken. In Livigno machen wir etwas ausgiebiger Pause. Natürlich gibt es hier auch die Gelegenheit um die eine oder andere Kleinigkeit einkaufen zu können.

Die Fahrt geht entlang des Lago di Livigno für ca. 10 km weiter, bis zu dessen Staumauer. Hier erwartet uns eine weitere Besonderheit. Mitten auf der Staumauer befindet sich eine Mautstelle. Die Maut wird für das befahren des ca 3 km langen und einspurigen Munt la Schera-Tunnels, der uns auf die Ofenpassstraße und somit ins Engadin bringt, eingehoben. Der Vekehr durch den Tunnel wird wechselseitig, im 15 Minuten-Takt durchgeführt.

Haben wir den Tunnel hinter uns, fahren wir auf der Ofenpassstraße nach Zernez hinunter.  Bei Susch zweigt die Straße zum Flüalapass ab. Ein sehr karger Pass umgeben von Geröll. Kurvenreich geht es weiter nach Davos, ein weiterer weltberühmter Wintersportort in den schweizer Bergen.  Durch das Tal des Flusses Landquart erreichen wir Landquart und wir fahren wieder über St. Luzisteig und Liechtenstein nach Vorarlberg, wo das Hotel in Götzis schon auf uns wartet.

POI

WP1 - Passo Campo di Carlo Magno, Madonna di Campiglio
WP2 - Gaviapass
WP3 - Livigno
WP4 - Flüalapass
WP5 - St. Luzisteig