Südtirol      

Das Land des Weines und des Specks

 

 

Detaillierte Tourbeschreibung Südtirol

Tag 1: Von Götzis nach Südtirol durchs Vintschgau

Streckenlänge: ca. 300 km

Das Abenteuer beginnt. Zuerst besuchen wir die Bergwelt von Vorarlberg. Es wäre schade, wenn wir diese Gelegenheit nicht nützen würden. Es geht durch das enge Laternsertal bis hoch zum Furkajoch. Eigentlich schon eine Stelle zum Verweilen, weil sich hier bei Charlys Imbiss immer alle Motorradfaher/innen der umliegenden Länder Vorarlbergs treffen. Wir fahren aber weiter durch den Bregenzerwald in das Arlbergebiet. Der Arlbergpass auf 1.793 m Höhe ist eine Wetterscheide. Wir hoffen, dass wir Glück haben und die Sonne unseren weiteren Weg begleitet.

Wir sind im Tirol. Bei Landeck zweigen wir auf die Reschenstrecke ab. Die Straße hinter Landeck ist gut asphaltiert und wir werden schöne Kurven fahren können. Dann wird das Tal, übrigens das Inntal mit dem jungen Inn weiter und hier ist schon seit einiger Zeit eine Durchzugsstraße gebaut worden. Es geht zügig voran. Dann, nach Pfunds, zweigen wir über die Kajetansbrücke, die uns über den Inn und auf die sich immer höher windende Reschenpassstrecke bringt, ab.

Es wird etwas geschichtlich, denn im Velaufe der Strecke kommen wir direkt an der Feste Altfinstermünz vorbei. Dieses Bollwerk bestand schon zu Zeiten der Römer, denn die heutige Reschenpassstrecke war früher di Via Claudia Augusta. Sie werden staunen, wie die Menschen es früher fertigbrachten, so ein Bauwerk in so eine Felsenschlucht hinein zu bauen.

Kurz vor der Grenze werden wir noch einmal tanken, denn der Benzin in Österreich ist einiges günstiger als in Italien. Wir passieren die Grenze Österreich- Italien und den Reschenpass und nach ein paar Kilometern erreichen wir den Reschensee. Im Reschensee steht wohl eines der bekanntesten Fotomotive in der Südtiroler Bergwelt. Es ist der im Wasser stehende Kirchturm von Altgraun. Dieses Dorf wurde beim Bau des Reschensees, es ist nämlich ein Stausee, komplett überflutet. Natürlich wurden für die Altgrauner neue Häuser gebaut, die jetzt am Rand des Sees stehen. Da wir ja nun im Vintschgau sind, könnten wir uns bei Gelegenheit eine dieser hervorragend schmeckenden Speckplatten mit "Vintschgerlen" (ein sehr gut schmeckendes Kümmelbrot) dazu, zu Gemüte führen. Es sind nur noch etwa, flüssig zu fahrende 100 km, nach Frangart und wir hätten die Zeit und Muße dazu, dieser Versuchung zu erliegen. Am Abend dann könnten wir uns ein gutes Glas Schreckbichler gönnen.

POI

WP1 - Furkajoch
WP2 - Arlbergpass
WP3 - Hochfinstermünz
WP4 - Reschensee

Tag 2: Weinstraße und Rosengarten

Fahrstrecke: ca. 210 km

Girlan, unser Basisiort, ist eine Ortschaft in der Hügellandschaft des Überetsch, anders ausgedrückt, wir sind mitten im bekanntesten Weinanbaugebiet des Südtirols, nämlich in der Gegend um Kaltern, St. Pauls. und Eppan. Alle diese Orte liegen an der Südtiroler Weinstraße, die bis kurz vor Salurn, dem Ende des Südtirols, reicht. Wir werden sie heute nicht ganz durch fahren aber den größten Teil bekommen wir zu sehen. Bei Margreid verlassen wir die Weinstraße und wenden uns in Richtung Neumarkt. Der Passo San Lugano ist unser nächster Fixpunkt und von Kastell im Fleimstal gehts hoch zum Passo di Lavazé

Wir befinden uns nun im Gebiet des Reggelberges, eine Art Hochplatau über Bozen. Über Obereggen, Eggen und Welschnofen erreichen wir schließlich den Karersee. Ein richtiges Kleinod in der Nähe des Rosengartens, an dessen Fuße wir nach erklimmen des Nigerpasses, entlang fahren. Wir sind im Naturpark Schlern - Rosengarten. Ein wundervolles Gebiet. Der Rosengarten gehört bereits zu den Dolomiten. Der sagenumwobene Schlern können wir in seiner ganzen Pracht bewundern. Aber keine Angst. Die Schlernhexen sind uns gut gesonnen und wir können unbekümmert unseres Weges ziehen.

Nun fahren wir über einige deftige Serpentinen in das Eggental hinunter und für einige Kilomter geht es in diesem engen Tal dahin. Dann zweigen wir in das Gebiet des Reggelberges ab und über Deutschnofen und Petersberg, nähern wir uns langsam dem Etschtal. Über einmalig schöne Serpentinen geht es schließlich nach Auer hinunter. Noch ein kleiner Umweg im Etschtal führt uns über Pfatten und dem Kreiter Sattel direkt zum Kalterer See, den wir unter uns liegend bestaunen können. Wir zweigen auf die Weinstraße ein und nur noch wenige Kilometer und wir sind wieder in Girlan.

POI

WP1 - Weinstraße
WP2 - San Lugano Pass
WP3 - Lavazejoch
WP4 - Nigerpass
WP5 - Rosengarten
WP6 - Schlern

Tag 3: Die Sellarunde

Fahrstrecke: ca. 270 km

Heute gehts auf zur Sella. Dieser, in den Dolomiten einzigartiger Gebirgsstock, besteht ja aus mehreren Gipfeln, wobei der Piz Boe der höchste ist. Und weil dieser Gebirgsstock wie im Kreis angeordnet ist, haben pfiffige italienische Straßenbauer sich gedacht, dass man da eine wunderschöne Ringstraße, extra für Motorradfahrer gebaut, anlegen kann.

Wir fahren die Sella durch das Grödental an. Vorher aber noch befinden wir uns noch einmal im Gebiet des Schlerns, wobei wir in diesesmal von allen Seiten bewundern können. Über das Gebiet der Seiser Alm fahren wir ins Grödnertal ein. Ganz am Ende dieses Tales ist die Ortschaft Wolkenstein. Der Name ist Programm und wir bewegen uns wirklich nur noch zwischen Felsen, Wolken und Himmel und erreichen so die Ringstraße um die Sella. Es erwartet uns ein einmaliger Ausblick. Nun beginnt sie, die Sellarunde.

Wir beginnen die Runde rechts rum und nach ein paar Kilometern erwartet uns schon der erste Pass dieser Strecke. Es ist das Sellajoch. Über viele Kurven fahren wir zu einem weiteren Basisort für die Sellarunde, nämlich Canazei. Gleich nach Canazei geht die Straße hoch zum nächsten und höchsten Pass der Sellarunde, dem Passo Pordoi. Von hier führt eine Seilbahn zum Sass Pordoi, von wo man einen sagenhaften Ausblick auf die umliegenden Berge hat. Z.B. auf die südlich gelegene Marmolada mit 3.343 m Höhe das höchste Massiv der Dolomiten. Wir werden heute noch ganz nah daran vorbei fahren. Oder westlich auch auf die zackigen Schrofen des Langkofels und des Rosengartens mit Schlern.

Wir fahren weiter auf der Großen Dolomitenstraße und kommen nach Arabba. In Arabba schwenken wir nach Norden und überqueren den zweiten Pass der Sellarunde. Es ist der Passo Campolongo.  Bei Corvara di Badia, ein weiterer sehr bekannter Wintersportort, zweigen wir nach Westen ab und fahren auf das Grödnerjoch hoch. Der vierte Pass der Runde. Kurz nach dem nächsten Pass, dem Sela de Culac schließt sich die Runde. Ich denke mir, es gibt schlechtere Wiederholungen als noch einmal das Sellajoch nach Canazei hinunter fahren zu müssen, damit wir dann gleich den nächsten Pass in Angriff nehmen können.

Es ist der Passo di Fedaia. Auf der ganzen Anfahrt bis zum Pass sehen wir zu unserer rechten Seite, wie schon vorher erwähnt, die Marmolada. Der eisige Hauch des Marmoladagletschers wird uns auf der Passhöhe streifen. Unmittelbar vor dem Pass ist der Lago di Fedaia, ein eiskalter Bergsee.

Vom Fedaiapass fahen wir dann nach Alleghe zum gleichnamigen See hinunter. Wir sind immer noch mitten in den Dolomiten. Der Passo di San Pellegrino ist für heute unser letzter Pass. Ab Moena sind wir wieder im Fleimstal, dass wir heute ein bisschen länger befahren, denn es führt uns wieder in Richtung Etschtal. Erneut fahren wir ein bisschen der Weinstraße entlang und am Kalterer See vorbei zu unserem Hotel in Grilan.

POI

WP1 - Passo Pordoi
WP2 - Passo Campolongo
WP3 - Grödner Joch
WP4 - Sela de Culac
WP5 - Sellajoch
WP6 - Passo di Fedaia
WP7 - Passo San Pellegrino

Tag 4: Mendel, Penegal, Jaufen und Penserjoch.

Fahrstrecke: ca. 250 km

Heute fahren wir "auf die Mendel aui",  so wie der Südtiroler sagt. Also wir fahren den Mendel hinauf, gemeint ist dabei der Mendelpass. Das ist auch wieder so eine abenteuerliche Straße, wie sie für diese Gegend typisch ist. Zuerst fahren wir noch in weiten Kurven durch einen Wald und dann geht's ans Eingemachte. Auch diese Straße ist regelrecht in den Felsen hinein gesprengt worden. Kurz vor dem Mendelpass sind noch einige scharfe Kehren zu bezwingen. Wenn wir die Passhöhe erreicht haben befinden wir uns auch gleichzeitig im gleichnamigen Ort Mendel.

Ungefähr in der Mitte des Ortes fahren wir dann eine nur 3,9 km lange Stichstraße zum Penegal hoch. Der Penegal ist einer der schönsten Aussichtsberge des Südtirols. Von hier sieht man die Brenta-Gruppe im Südwesten, die Ortler-Alpen im Westen und im Osten die Dolomiten. Vor allem der Rosengarten und der Schlern ist von hier aus wunderschön zu sehen. Auch Bozen und Kaltern mit dem Kalterersee ist tief unter uns zu sehen.

Wir verlassen den Penegal und fahren nun wieder über viele Kurven dem Hofmahdjoch zu. Das Hofmahdjoch ist ein Parallelpass zum Gampenpass. Da aber das Hofmahdjoch nicht so bekannt ist, werden wir mit wenig Verkehr rechnen können und die Straße ganz für uns haben. Auf der nördlichen Seite fahren wir durch schöne Lärchenwälder ins Ultental ein. Kurz vor Lana nimmt das Tal die Züge einer Schlucht an und wir gleiten ziemlich nah an den Felsen vorbei. Wir erreichen Meran und es geht weiter ins Passeiertal bis nach St. Leonhard. Dort teilt sich die Strecke entweder zum Timmelsjoch ins Ötztal oder auf den Jaufenpass hinauf. Wir fahren heute den Jaufenpass hoch und auf der anderen Seite nach Sterzing hinunter. Kurz vor Sterzing zweigt die Straße rechts ab zum  Penserjoch. Allerdings könnten wir zuvor noch Sterzing einen kleinen Besuch abstatten, weil es ein sehr sehenswertes Städtchen ist.

Die nördliche Anfahrt zum Penserjoch führt komplett im Wald entlang und man hat nicht viele Ausblicke. Kurz vor dem Joch lichtet sich der Wald aber und wir erreichen das sehr karge Penserjoch. Hier pfeift immer der Wind. Das Penserjoch trennt das Obere Eisacktal vom Sarntal wirklich wie eine natürliche Mauer.

Nach den üblichen Fotos fahren wir dann ins Sarntal ein. Dieses Tal ist eine der schönsten zu befahrenden Talschaften im Südtirol. Wenn wir nicht schon in Sterzing einen Einkehrschwung gemacht haben, finden wir hier einige Restaurationen, die zum Verweilen einladen. Beim Kreisverkehr vis-a-vis der Tischlerei Kross verlassen wir das Sarntal und fahren in Richtung Oberinn und Klobenstein. Diese Gemeinden liegen auf dem Hausberg von Bozen, dem Ritten, mit dem Rittner Horn als höchste Erhebung. Bei Klobenstein könnten wir noch einen kleinen Abstecher zu den sehenswerten Erdpyramiden machen. Anschließend geht es dann wieder über einige Kehren hinunter nach Bozen und weiter nach Girlan.

POI

WP1 - Mendelpass
WP2 - Penegal
WP3 - Hofmahdjoch
WP4 - Jaufenpass
WP5 - Penserjoch

Tag 5: Molvenosee, Monte Bondone und Val di Cembra

Fahrstrecke: ca. 250 km

Heute geht es in den Süden. Diesesmal durchfahren wir die ganze Weinstraße bis nach Salurn, dass auch gleichzeitig die südlichste Ortschaft des Südtirols ist. Ab hier beginnt das Trentino. Wir bleiben auf dieser schön in die Landschaft eingebetteten Straße bis nach Mezzolombardo. Wir verlassen nun das Etschtal und fahren hoch zum Andalosattel. Dann geht es wieder leicht bergab und vor uns breitet sich der Molvenosee aus. Natürlich werden wir uns hier eine gemütliche Tasse Cappucino genehmigen.

Nach dem Molvenosee fahren wir noch weiter bis Ponte Arche und dann nehmen wir den Monte Bondone in Angriff. Bei Calavino beginnt die Passstraße und es geht hoch bis auf 1.651 m zum Passo Monte Bondone. Eigentlich ist es eher ein Hochplateau als ein Pass. Auf der anderen Seite hinunter nach Trient erwartet uns noch einmal ein wahres Kurvenparadies. Diese Straße ist so schön angelegt und mit zahlreichen Kurven gespickt, dass hier jedes Jahr das Monte Bondone - Bergrennen statt findet. Kann gut sein, dass wir einige Heros dieser Gegend auf den Knien schleifend, durch die Kurven fahren sehen.

Nun könnten wir die restlichen paar Kilometer nach Bozen auf der Autobahn zurück legen. Aber wir könnten auch über das Val di Cembra nach Hause fahren. Also hinüber nach Lavis und das Val di Cembra hoch, an dessen Talsohle der Avisio fließt, übrigens der gleiche Fluß, der uns schon im Fassa- und Fleimstal begegnet ist. Bei Capriana verlassen wir dieses sonnendurchflutene Tal und fahren zum Passo di San Lugano hoch. Nun geht es aber endgültig in Richtung Bozen. Über die schon bekannten Serpentinen fahren wir nach Auer hinunter. Wir grüßen ein letztesmal den Kalterer See und fahren zu unserem Hotel.

POI

WP1 - Molvenosee
WP2 - Monte Bondone
WP3 - Val di Cembra

Tag 6: Es geht nach Hause

Fahrstrecke: ca. 370 km

Die Heimfahrt führt uns durch die Bergwelt der Schweiz. Zuerst aber fahen wir wieder die Mendel hoch und fädeln uns anschließend in das Val di Sole ein. Dieses Tal führt uns bis zum Passo del Tonale. Die ersten 100 km haben wir schon hinter uns gebracht und hier verschnaufen wir ein bisschen, bevor wir kurz nach dem Passo Tonale zum Gaviapass abzweigen. Der Gaviapass gehört mit zu den anspruchvollsten Pässen, die es in den Alpen zu überqueren gilt. Ein echtes Highlight.

Ein weiteres Highlight erwartet uns, nach dem wir vom Gaviapass hinunter nach Bormio und weiter nach Livigno gefahren sind. Livigno ist eine Zollfreizone und hier können viele Gebrauchsgüter günstig eingekauft werden. Vor allem auch Benzin für unsere Motorräder. Mit dieser Tankfüllung sollten wir unseren heutigen Zielort Götzis locker erreichen können.

Vorher aber fahren wir noch über solche Leckerbissen wie den Berninapass und etwas später den Albulapass. Die Straße vom Albulpass führt uns nach Tiefencastel hinunter und direkt von diesem Ort wieder hinauf zur Lenzerheide. Der letzte höhere Passübergang in den schweizer Bergen. Chur ist unser nächstes Ziel. Der letzte kleine Höhepunkt unserer Heimreise bildet noch der kleine Übergang St. Luzisteig, wo die Straße durch eine Schweizer Kaserne, ja, richtig gehört, führt. Wir fahren durch Liechtenstein nach Vorarlberg ein.

POI

WP1 - Mendelpass
WP2 - Passo Tonale
WP3 - Gaviapass
WP4 - Livigno
WP5 - Berninapass
WP6 - Albulapass
WP7 - Lenzerheide